Entgrenzung” der Wohnbereiche schreitet fort – Materialehrlichkeit und viel Licht – Die Wohnung soll der Seele gut tun

Wkompo01Der Wohnstil für 2014: die „neue deutsche Gemütlichkeit”. Im Charakter dieses Stils sind Cooles und Verspieltes vereint. Zu Hilfe kommt dabei in der aktuellen und kommenden Saison der große Leitgedanke des „Pimp my Home”. Das „Aufmotzen” der eigenen vier Wände ist nämlich nicht nur schick, sondern durch die vielfältigen Möglichkeiten auch angesagt.

Früher gab es nur die Kuckucksuhr, heute ist sie eine von 30 verschiedenen Uhr-Varianten. So spielen die sogenannten Einrichtungsrandbereiche für das Wohnen eine immer wichtigere Rolle. Kissen, Tapeten, Accessoires, Teppiche in nie da gewesener Vielfalt unterstützen den Trend zum „Aufmotzen”. Polstermöbel werden wieder kleiner, ihre Funktionen bleiben aber. Umklappen und den ursprünglichen Zweck verändern macht eben Spaß und Sinn. Natürlich sind auch große Wohnlandschaften noch im Angebot, aber die Industrie will auch die Menschen mit begrenztem Platzangebot bedienen können. Dazu zählen meist die kleineren Singlehaushalte. Wohnwände sind dabei Standard. Individuell zusammenstellbare Highboards, Lowboards oder Vitrinen bieten das Richtige für jeden Geschmack. Der Flachbildschirm findet vorwiegend hier seinen Standort. Daher sind Wohnwände eher schmal, so dass ein weites Raumgefühl entsteht.

Die Megatrendfarbe Weiß bei Möbeln wird bleiben. Weiß kann mit jeder anderen Farbe gut kombiniert werden. Weiß ist zurückhaltend, ja fast neutral. Starke Farbakzente setzen bei all dem Weiß kraftvolle Unis beispielweise bei Zierkissen, Accessoires oder kräftig einfarbig gestrichenen Wänden. Ebenso passen auch die Retromuster der Tapetendesigner oder die anderen bunten Muster gut zu weißen Möbeln. Das Motto lautet: Mut zur Farbe, in angenehmer Kombination!

Bei den Unis der Bezugsstoffe sind Blautöne – von Petrol bis Mint – gefragt und das große Spektrum der Naturtöne. Diese finden sich auch bei Oberflächen von Kastenmöbeln oder im Küchenfrontenbereich wieder. In Anlehnung an die 1970er Jahre spielen vereinzelt auch Orange und Apfelgrün eine Rolle. Schließlich kommt der Klassiker der 1980er Jahre, die Farbe Schwarz, im Polsterbereich, aber auch bei Kastenmöbelfronten zurück.

Die Materialehrlichkeit steht bei den Oberflächen im Mittelpunkt. Und ehrlich sein können am besten Materialien, die natürlich sind. Im Trend liegen Glas, Stein, Holz und einzelne Metalle wie Edelstahl. Glas wird in der kommenden Saison gern als Front eingesetzt. Dickes Glas als Tischplatte oder satiniertes Glas als transluzente Front eines Schrankes. Furnierter oder massiver Stein dient als Arbeitsfläche. Im Kommen sind Edelmaterialien mit haptisch angenehmer Oberfläche.

Dabei erlebt die gute alte Eiche einen wahren Auftrieb. Als Tisch, Bett oder Schrank, modern ist die Eiche, weil man sie in ihrer ursprünglich sanften Holzfarbe belässt und nicht mehr dunkel-rustikal beizt. Der Nussbaum behält seine wichtige Stellung. Er wirkt wertig und elegant. Die hochwertige Kirsche mit ihren zarten, rötlichen Anklängen spielt eine herausragende Rolle. Die Verwendung heimischen Holzes, auch Obstholzes, wird den Käufern wichtiger. Im helleren Farbspektrum bleiben Buche, Ahorn, Esche, Erle und Birke.

Wkompo02Im Haushalt hingegen verabschiedet sich so langsam die Glühbirne. Ihr Ersatz sind modernste LED Leuchten. LEDs haben den Vorteil, sehr energieeffizient zu arbeiten, dabei nicht warm zu werden und eine sehr hohe Lebensdauer zu haben. Die neuste Entwicklung hin zu den preiswerteren organischen lichtemittierenden Dioden, den sogenannten OLEDs, ermöglicht den Herstellern neben hauchdünnen Bildschirmen großflächige Beleuchtung etwa als Regalboden oder großflächige Raumbeleuchtung. Gutes Licht und energieeffiziente Lichtquellen – oftmals versteckt und wie von Zauberhand erstrahlt – sind ein Top-Trend, der uns in den nächsten Jahren begleiten wird.

Im neuen Jahrtausend gibt es zudem neue gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Themen, die die Menschheit sehr bewegen. Die großen gesellschaftlichen Megatrends beeinflussen auch die Wohntrends der Zukunft. So überwindet man heute beim Einrichten alte, traditionelle Grenzen, setzt das Fernsehen in den Küchenbereich, macht den Esstisch zur Kommunikationszentrale, stellt die Badewanne ins Schlafzimmer.

Die Wohnräume verschmelzen eben immer mehr. „Küche – Essen – Wohnen” wird eins und die Bereiche „Schlaf- und Badezimmer” nähern sich immer mehr an. Alte Möbel werden mit neuen vereint, Wintergrillen geht, und wenn es sein muss, wird die Diele zur Disco. Zusammengefasst trifft das Wort „Entgrenzung” diesen Trend sehr gut. Früher fragte man sich, was gehört in ein Wohnzimmer? Heute fragt man, was will ich in mein Wohnzimmer stellen? Was will ich dort von mir erzählen? Das sind die Grenzen, in denen wir uns in Zukunft bewegen.

©Fotos: Messe Kön, Ambiente