Ob im Neubau oder bei der Sanierung – Parkett ist bei vielen erste Wahl als Bodenbelag

Was nur wenige wissen: Der nachhaltige Holzboden ist ein idealer Partner für die Fußbodenheizung. Wenn dabei einige Punkte beachtet werden, können Bewohner besten Wohnkomfort mit hoher Energieeffizienz und sparsamem Umgang mit Ressourcen verbinden.

An einem kalten Herbst- oder Wintertag barfuß oder in Socken über den beheizten Boden gehen, mit einer Tasse Kaffee oder Tee in der Hand auf dem Weg zum gemütlichen Sofa, wo ein spannender Roman auf einen wartet – es dürfte wohl kaum jemand geben, der diesem Szenario nichts abgewinnen kann. Umso mehr, als Fußbodenheizungen – vor allem in Verbindung mit einer Wärmepumpe – als besonders sparsam gelten. Denn das Heizwasser muss bei modernen Systemen in Verbindung mit Parkett üblicherweise nicht mehr über 40 °C erwärmt werden, während beim Heizen mit Heizkörpern wesentlich höhere Vorlauftemperaturen erzeugt werden müssen. Das führt auch bei klassischen Heizungssystemen zu deutlichen Einsparungen.

Eine sparsame Heizung ist genau das, was Verbraucherinnen und Verbraucher gerade jetzt dringend haben wollen. Denn die Preise für Heizenergie sind weiterhin hoch, wie das Statistische Bundesamt meldet. Auch wenn sich der Preisanstieg verlangsamt hat, war Energie im September 2023 im Schnitt 6,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Seit 2020 sind die Energiepreise laut Bundesamt sogar um mehr als die Hälfte (55,7 Prozent) gestiegen.

Einladung zum Entspannen: Vor allem dunklere und harte Hölzer wie Eiche, Kirsche, Nussbaum und Esche eignen sich für das Zusammenspiel mit einer Fußbodenheizung. Dank seiner Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben, sorgt Parkett für ein wohngesundes Raumklima. – Foto: ©3DarcaStudio/stock.abobe/PIK

Parkett ist zwar für viele der Inbegriff der Behaglichkeit, aber lässt sich der Holzbelag mit einer Fußbodenheizung kombinieren? Ein klares Ja ist die Antwort. Voraussetzung dafür ist, dass sich Heizungsinstallateur und Parkettleger im Vorfeld gut absprechen. Weitere Bedingung: Das Parkett muss über die gesamte Fläche fest auf den Untergrund geklebt werden. Denn bei schwimmender Verlegung bilden sich zwischen Parkett und Untergrund Luftpolster. Diese verzögern den Wärmedurchlass von den Leitungen der Fußbodenheizung zum Parkett und verursachen so einen höheren Energieverbrauch. Bei der Verlegung von Parkett in einem bestehenden Gebäude kann in der Regel der alte Estrich verwendet werden, er muss allenfalls etwas aufbereitet werden.

Damit das von unten beheizte Parkett dauerhaft ein angenehmes Raumgefühl erzeugen kann, muss eine gute Balance zwischen Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit hergestellt werden. Sowohl zu kalte als auch zu warme Raumluft sind nicht ratsam. Wer zu viel Energie spart, riskiert eine hohe Luftfeuchtigkeit, die zur Bildung von Kondenswasser und ggf. auch Schimmel führen kann. Wer die Heizung weit aufdreht, sorgt für eine zu geringe Luftfeuchtigkeit, die nicht gesundheitsförderlich ist und auch dem Parkett zusetzt: Das Holz schwindet, und die Fugen vergrößern sich. Fachleute empfehlen eine Raumtemperatur von 20 bis 22 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 50 Prozent. Vorteil bei Parkett: Die Fußbodenheizung muss das Heizwasser nur auf 29 °C erwärmen. An der Parkettoberfläche beträgt die Temperatur dann 23 bis 24 °C, was den Holzbelag schont. Bei nicht versiegeltem Parkett kann das Holz auch seine Raumklima regulierenden Eigenschaften vorteilhaft ins Spiel bringen. Denn es ist in der Lage, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten darauf achten, dass sie Holzsorten für das Parkett auswählen, die optimal zur Fußbodenheizung passen. Dabei spielen zwei Werte eine wichtige Rolle: der Wärmedurchlasswiderstand und die Wärmeleitfähigkeit. Je geringer der Wärmedurchlasswiderstand und je höher die Wärmeleitfähigkeit, desto besser funktioniert das Zusammenspiel mit der Fußbodenheizung. Dunkle und harte Hölzer wie Eiche, Kirsche, Nussbaum und Esche leiten die Wärme gut weiter und sind weniger anfällig für Quell- oder Schwundverhalten. Daher eignen sie sich besser als helle und weiche Hölzer wie Fichte, Kiefer, Tanne, Buche und Ahorn.

Bei der Dicke des Bodens gilt es zwischen Wärmeleit- und Wärmespeicherfähigkeit abzuwägen. Je massiver und dicker das Parkett, desto besser funktioniert es als Wärmespeicher, der die Temperatur lange stabil hält. Allerdings braucht die Wärme dann auch länger, um an der Oberfläche anzukommen. Unabhängig von der Verlegeart empfehlen Fachleute eine Parkettschicht von maximal 22 Millimetern Dicke. Wer Wert auf schnelle Wärmeleitung legt, sollte ein Mehrschichtparkett wählen. Wer möglichst lange die Wärme im Boden speichern möchte, wird zu Massivparkett greifen. In beiden Fällen ist das Ergebnis ein wohlig warmer Wohngenuss bei niedrigen Heizkosten.

Quelle/Foto: Pik /